Datenschutz in Schulen | Lektion: Klassenraum

  1. Begründungszusammenhang
  2. Problemfelder
    1. Schülerunterlagen
    2. Zensurenbekanntgabe
    3. Persönliche Unterlagen der Lehrkraft
    4. Telefonkette
    5. Weitergabe von Adressen
    6. Eltern
  3. Materialien
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Worterklärungen finden Sie im Glossar.
1. Begründungszusammenhang

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Wie schon in der Lektion „Lehrerzimmer“ wird auch für die im Klassenraum bedeutsamen Datenschutzfragen auf die bereits behandelten rechtlichen Grundlagen zurückgegriffen:

Verarbeitung personenbezogener Daten auf privaten IT-Systemen von Lehrkräften
Verarbeitung von personenbezogenen Daten der Schülerinnen und Schüler sowie ihrer Erziehungsberechtigten
Verarbeitung von personenbezogenen Daten der Beschäftigten

Zusätzlich können Sie auch ältere Unterlagen zur Beurteilung der geschilderten Probleme heranziehen:

Umgang mit personenbezogenen Daten in der Schule (K. Prinzhorn, 2009)
Dieser Aufsatz wurde seit 2009 nicht mehr überarbeitet. Eine zeitnahe Überarbeitung ist zurzeit nicht geplant.
 2. Problemfelder

Im Klassenraum werden Sie möglicherweise Gegebenheiten vorfinden, die Ihnen unter dem Gesichtspunkt des Datenschutzes bedenklich erscheinen. Sicher können Sie die folgenden Situationen auf der Grundlage der bisher erarbeiteten datenschutzrechtlichen Bestimmungen bereits sachgerecht beurteilen.

A. Schülerunterlagen

  • Schülerarbeitshefte und Mappen bleiben in Pausen im Klassenraum.
  • Im Alarmfall bleiben Taschen der Schüler und der Lehrkraft im Klassenraum, nur das Klassenbuch darf mitgenommen werden.

B. Zensurenbekanntgabe

  • Schüler sehen beim Zensureneintrag in die Liste der Lehrkraft zu.
  • Zensurenbekanntgabe vor der ganzen Klasse.
  • Zeugnisverteilung mit Kommentar.
  • Ergebnisse von Klassenarbeiten oder mündlicher Leistungsbewertung werden an die Tafel geschrieben. Der Anschrieb wird nicht abgewischt.

C. Persönliche Unterlagen der Lehrkraft

  • Die Aktentasche der Lehrkraft bleibt in der Pause auf dem Lehrerstuhl.

D. Telefonkette

  • Telefonkette von Schülern und Eltern mit vertraulichen Informationen – z. B. über Fehlverhalten auf der Klassenfahrt.

E. Weitergabe von Adressen

  • Eine Krankenkasse ermöglicht im Rahmen einer Werbeveranstaltung einer Klasse eine kostenlose Filmvorführung. Nach der Vorstellung sollen sich die Kinder mit Namen, Adressen und Telefonnummern in eine Liste dieser Krankenkasse eintragen.

F. Eltern

  • Eine Mutter bittet den Klassenlehrer um eine Namensliste aller Kinder, die Ritalin® einnehmen, um mit anderen Eltern Erfahrungen auszutauschen.
  • Information über die Arbeitshaltung, Sozialverhalten und den Leistungsstand der Klasse: Auf dem Elternabend werden Listen mit Noten und Bewertungen verteilt.

G. Zugänglichkeit des Klassenraums

  • Der Klassenraum wird bei Verlassen nicht abgeschlossen.
  • Fremde Personen haben Zugang zum Klassenraum: Die Räume werden auch von Volkshoch- oder Abendschule genutzt.
  • Einem Schüler, der für die Lehrkraft schnell etwas holen soll, wird der Schlüssel überlassen.

H. Klassenbuch

  • Klassenbuch verbleibt nach jeder Stunde im Klassenraum.
  • Klassenbuch verbleibt nach dem Unterricht im Klassenraum.
  • Klassenbucheinträge können von allen gelesen werden.
Arbeitsanweisung

Aufgabe 1: Welche der beschriebenen Probleme gibt es auch in Ihrer eigenen Schule?
Aufgabe 2: Ergänzen Sie die Problemfeldliste durch eigene schlechte Erfahrungen!

3. Materialien

Nds. Schulgesetz Niedersächsisches Kultusministerium
Nds. Beamtengesetz Rechtsinformationssystem:Niedersachsen (NBG)
Nds. Personalvertretungsgesetz Rechtsinformationssystem:Niedersachsen (NPersVG)
Nds. Datenschutzgesetz Landesbeauftragter für den Datenschutz Nds. (LfD)

Stand: 31.10.2013